Mittwoch, 14. April 2010

Stromschlag am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen...

Wir dachten schon, wir wären der lebensbedrohlichen mosambikanischen Schlampigkeit entkommen, indem wir aus unserem ersten Haus auszogen. Dort fanden wir ab und zu an Wasserhähnen, Herd und Kühlschrank leicht erhöhte Spannungswerte vor, welche zum Höhepunkt unsere damalige Angestellte (leider barfüssig und damit exzellente „Erdung“) drei Meter vom Herd zurückwarf.

Von mir gemessene Spannungswerte lagen knapp über 100V Wechselspannung am Griff des Backrohres gegen Erde.

Ursache: im Zählerkasten berührte ein spannungsführendes Kabel (Phase) die Mauer.

Je nach Luftfeuchte und Wind mal besserer und mal schlechterer Kontakt.


Beim neuen Haus schien nun gegen so was vorgebeugt zu sein. Zumindest mein Blick in den Zähler/Sicherungskasten bei der ersten Besichtigung hat mir mehr Vertrauen entlockt.

Nachdem wir nun ein Monat hier wohnen, war gestern Abend ein Gewitter und als Barbara von ihrem Mädels-Abend heimkam, weckte sie mich auf und meinte, sie hätte gerade wieder einen Stromschlag am Wasserhahn beim Zähneputzen bekommen. Einen starken. Ich soll ihr das Wasser abdrehen. Ich schnappte mir Nenas Schwimmflügerl als Isolator, steckte den Boiler aus und drehte ab – kein Problem.

Barbara mokierte sich noch, dass ich doch jetzt nicht schlafen gehen könnte, wo es doch darüber hinaus in Nenas Zimmer gleich daneben ein bissl nach verschmortem Plastik oder so Ähnlichem roch. Nachdem ich aber alles abgesucht und gerochen hatte und nichts Auffälliges bemerkte, begab ich mich trotz Barbara’s Unmut und Sorgen wieder zur Nachtruhe.

Heute früh dann ab in die Dusche, das Wasser wegen abgestecktem Boiler schon etwas frischer (was mir natürlich nichts macht ;-)) und als Nena dran war mit Duschen, beschwerte sie sich über die Wassertemperatur. Also bat ich Barbara, noch während wir unterm Wasser standen, doch bitte den Boiler wieder einzustecken, damit wenigstens sie dann warmes Wasser hätte.

Alles ganz normal, Nena einseifen, abwaschen („aber NICHT die Haare!“) bis wir fertig waren und ich abdrehen wollte.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich den Wasserhahn berührte oder nicht. Jedenfalls als ich in dessen Nähe kam, bekamen Nena, die nur neben mir stand, und ich einen Stromschlag bzw. Stromdusche, „der bzw. die sich gewaschen hat“.

Noch nie hab ich so was erlebt.


Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich aus voller Kraft einen Schrei losließ während es mich zurückwarf, ich den Duschvorhang halb mitriss und Nena aus dem Wasser zog, welche auch ziemlich laut schrie/weinte.


Nachdem ich, glaub ich im Schock, kurz im Bad am Boden, dann noch nackt im Wohnzimmer am Sessel mit Nena am Schoß saß und ungläubig ins Leere starrte während sie noch weinte, lief das Wasser in der Dusche weiter und Barbara nahm mir Nena ab.

Dann band ich mir ein Handtuch um, ging im Haus dreimal hin und her, überlegte schon einfach die Sicherung rauszugeben, entschied mich aber anders und zog im Handtuch los und befahl den Vorarbeiter der Leute welche hier die Häuser bauen und ihre „Basis“ gleich neben unserem Haus haben auf der Stelle zum Lokalaugenschein. Sollte der doch das Wasser abdrehen.

Die Arbeiter staunten nicht schlecht, als sie den „Cunja“ (Weißen) mit dem Handtuch und Schlapfen, sonst nix, dastehen und den Chef verlangen sahen.


Der kam dann auch (auch noch etwas verschlafen) relativ prompt, und drehte dann nach einer kurzen Einführung in die Geschehnisse und Irritationsphase zuerst den Strom und dann das Wasser ab. Zumindest. Er ruft sofort den Elektriker an – der wird das richten.

Na gut. War mir natürlich nicht genug. Wenn am Wasserhahn und am Duschhahn Spannung anliegt, wo dann noch überall und vor allem: Wie viel?

Also Multimeter ausgepackt und messen angefangen.
Wasserhahn Küche: 5V~
Wasserhahn Bad: 70-100V~
Duschhahn Bad: 180-190V~

Lebensgefährlich, je nach Strommenge, die fließt.


Barbara ist während der Messungen eingefallen, dass sie ja gestern Abend vorm Zähneputzen auch den Boiler eingesteckt hat, und eben heute wieder – eventuell hat’s damit was zu tun?

Also ausstecken und Messreihe wiederholen. Jeweils 0V~!

Reproduzierbarkeit?
Einstecken und Messreihe wiederholen: Energie!
Noch zweimal wiederholen um sicher zu gehen und jeweils das gleiche Ergebnis:
Mit Boiler „spannend“, ohne nicht.

Irgendwie hatte ich noch den Geistes“blitz“, die Versuche zu dokumentieren, also machten wir Fotos mit welchen wir nun das Ganze untermauern, falls jemand Zweifel anmeldet.


Als dann unsere Angestellte Fatima kam, klärten wir sie über das Geschehene und die Gefahr auf. Natürlich auf portugiesisch. Nena saß daneben, warf das eine oder andere ein (“Sim, eu cai também e dói muito aqui!” (und zeigte auf ihren Popo) / „Ja, ich bin auch hingefallen und hier tut’s voll weh!“), hörte zu und als ich fertig erklärt hatte, war sie kurz still, überlegt und fragte dann unsere Angestellte: „O que meu pai disse“? (Was hat mein Papa gesagt?)
Ist wohl auch ein bissl durcheinander...

Abends haben wir jetzt noch mal unsere Messreihe probiert und voilá: 183V. Ich freu mich inzwischen über die Reproduzierbarkeit.

Seitdem harren wir also der Ankunft des Elektrikers und finden’s spannend, wenn wir warmes Wasser machen ;-)

Dienstag, 6. April 2010

Ostern

Nachdem sich Barbara beim Sr. Bispo (ungewollt) ein "bissi" unbeliebt gemacht hatte, blieben wir heuer den kirchlichen Osterfeierlichkeiten in Pemba auf eigenen Wunsch fern, und verlegten uns mehr aufs irdische Netzwerken bei Bekannten.
Zu Nenas Vergnügen. Ostereiersuchen im Garten mit vielen FreundInnen, Schwimmen und Pritscheln im Pool und nach Kuchen und Saft, zum ersten Mal für uns sichtbar, gemeinsam mit der besten Freundin Anhimmeln der größeren Jungs, die sich mit dem Miniroller schon über die Einfahrt runter fahren trauten!
Cooool ;-)

Tags zuvor wurden die zu suchenden Eier bei uns als Unterstützung für den Osterhasen gemeinsam angemalt. Der zeigte sich dann auch mehr als erkenntlich und brachte, neben den Süßigkeiten von denen alle Kinder gleich viel bekamen, dann zuhause sogar noch ein „avião“ (Flugzeug) vorbei – einen A380! Nach den ersten paar Flugminuten wurde allerdings ein Mangel berichtet und Nena kam zu mir und meinte: „Papa, bitte ruf den Osterhasen and und sag ihm, er soll noch ein paar Leute bringen – da sind keine Leute drinn im Avião – não ha pessoas ai dentro!“

Montag, 22. März 2010

Assembleia Geral und die Rolle der Frau

Was bei den FF (Freiwilligen Feuerwehren) die Jahreshauptversammlung ist hier bei den Vereinen die Assembleia Geral – nur ein bissl seriöser und kein Bier.
Trotzdem war meine erste Assembleia Geral hier im Projekt unter der Kategorie „kulturelle Pflichtwatschn“ einzureihen.
Ich hab schon viel Theorie über die Rolle der Frau hier gehört, aber dass es im Dorf so arg wäre hab ich einfach noch nicht so deutlich vor Augen geführt bekommen.
Es waren jede Menge Frauen dabei und es war auch von ihrem Vorsitz dezidiert gewünscht, ihre Meinung zu hören, nur irgendwie spießt sich da was. Gewaltig. Und deutlicher hätt’s nicht sein können.
Der Vorsitzende der Versammlung erklärt in langen Reden und bunten Metaphern den aktuellen Stand der Dinge und die nächsten geplanten Vorhaben. Die anwesenden Frauen hören mit gesenktem Haupt nicht zu und haben auf Nachfragen auch nicht verstanden was erklärt wurde. Nachdem Portugiesisch nicht ankommt wird das Ganze auf Makua wiederholt. Nach langem Hin und Her passiert so was wie eine Meinungsbildung und es wird sogar über dieses oder jenes abgestimmt.
Unweigerlich kommt mir das Bild einer Herde mit wenigen Leithammeln in den Sinn.

Ob hier eine Gleichberechtigung der Frau in unserem westlichen Verständnis (von den Frauen) gewünscht und möglich ist...?
Keine Ahnung und wenn ja, ist’s noch ein generationenlanger Weg.

Mudança

Wir hatten uns sehr wohl gefühlt in „unserem ersten Haus am Meer“.
Aufgrund verschiedner Umstände stand aber ein Umzug an.
Nach langem Hin und Her und Abwägen der Vor- und Nachteile stand dann der Entschluss fest: Wir ziehen zu „Arturo“ in den „Compound“. Diese Siedlung ist eine Anlehnung an die „gated communities“ die Barbara so gar nicht gerne mag. Zusätzlich wirkte das Haus für unser Auge beim ersten Besichtigen etwas schmuddelig.
Den Ausschlag gaben die vergleichsweisen vielen Vorteile: Stadt- und Meernähe, potentiellen Internet Breitbandanschluss (derzeit von der Telefongesellschaft wegen technischer Probleme in der Gegend „noch“ auf Eis gelegt), Sicherheit und (bisher) prompte Wartung und Reparatur unserer Anliegen.
Nachdem das Haus nun leer war und Barbara nun den Arbeitern ihre Direktiven gegeben hatte fühlen wir uns jetzt wie in einen Schloss im Vergleich zu den Behausungen die es sonst so hier in den Dörfern gibt.
Magdalena hat wieder ihr eigenes Zimmer und es gibt einen Quintal (Hof) so groß, dass wir ihn noch gar nicht zur Gänze nutzen konnten. Unser neuer Guard entpuppt sich zudem als geschickter Gärtner und bringt derzeit die etwas vernachlässigten Gewächse und die von Barbara neu gekauften auf Schwung und Vordermann.
Unser Arbeits- und Gästebereich im ersten Stock bieten Ausblick in’s Grüne und teilweise aufs Meer uns es ist insgesamt sehr hell und freundlich. Was für ein Unterschied!
Drüber hinaus ist es in den Schlafzimmern im Schnitt ~ 5°C kühler als im alten Haus, was uns beinahe frieren lässt nach der hard-core Akklimatisierung ;-).
Kurz und gut: uns taugts.
Besuche gegen Voranmeldung willkommen ;-)

Dienstag, 9. Februar 2010

Neues Haus, gleiche Adresse

Nachdem uns „unsere“ (derzeitige) Terrasse beim ersten Haussuchen hier in Pemba den Kopf verdrehte, haben wir uns auf einen 6-monatig befristeten Mietvertrag mit Option auf Verlängerung eingelassen.

Nach langem Hin und Her, gab’s zwischenzeitlich eine 2monatige Verlängerung, eigentlich will aber ein Teil des frisch geschiedenen Besitzerpaares das Anwesen verkaufen, der andere Teil will es behalten und damit’s nicht zu einfach wird gibt’s noch die Idee, auf dem Grundstück vor dem Verkaufen (oder auch nicht) noch etwas dazuzubauen.

Deswegen kann uns leider immer wieder nur ein kurzfristig verlängerter Vertrag angeboten werden, nun zu wesentlich höherer Miete, der jederzeit mit kurzer Vorlaufzeit vom Vermieter gekündigt werden kann.

Irgendwann nervt das, und deswegen haben wir nach langer Suche nun tatsächlich eine schöne und durch Glück die bisher günstigste Alternative gefunden, wie wir glauben.

Per Anfang März geht’s los und bis Mitte März (2010) soll der Umzug über die Bühne sein.

Lage ist nun näher an der Stadt (unsere Autos zerlegen sich schön langsam bei der täglichen Waschbrettpiste) und trotzdem nur 100 Meter zum schönen Meerzugang.

Rundum das Haus gibt’s sehr viel Platz und Schatten durch alte Bäume und hinterm „Hinterhof“ des Hauses geht die Piste in die Stadt vorbei.
Ich hoffe den Nachteil des stärkeren Verkehrsaufkommens mit der Option auf Festnetzinternetzugang zu kompensieren. Die Leitungen sollen nicht soo gut sein, ich hoffe aber trotzdem besser als Funk-Modem.
Der Lärm ist allerdings durch Sandstrasse, hohe Lage des Hauses und großem buschigen Zaun der nur Richtung Meer offen ist nicht mit z.B. der Einwanggasse vergleichbar – dB-mässig eher weniger als Hauptstrasse in Vöcklamarkt ;-).

UND: es gibt wieder ein Extrazimmer für Gäste ;-).

Magdalena’s hauptsächliche Bezugspersonen unserer Angestellten haben schon Interesse angemeldet, dass sie gerne auch im neuen Haus bei uns arbeiten würden, somit fehlt nur noch der Hund.

Einziges wirkliches Downgrade, das wir jetzt sehen ist, dass der Wassertank unterirdisch ist und somit bei Stromausfall (ca. 5 – 10% der Zeit) kein Wasser aus den Leitungen, sondern nur aus den Kübeln fließt.

Wer immer von Euch Lesern mir gute Tipps geben kann, welche Generatormarke bei Meerklima (extrem feuchte Salzluft!) empfehlenswert ist und worauf beim Neukauf acht gegeben werden muss, ist willkommen!
.
p.s.: Postadresse bleibt vorerst natürlich gleich - wenn was kommt, kommt's ins Postfach vom Bispo.

Job

Es ist soweit – nach einem halben Jahr Projektentwicklung (Durchlaufzeit) ist nun alles unter Dach und Fach:
- Projektpartner – OK
- Projekt – OK
- Arbeitsvertrag – OK
- Einsatzvertrag – OK
- Interne Dokumentation- OK
- Arbeitserlaubnis – OK
- Sogar eine Fertigstellungsfrist von der Migração für die Eintragsänderung in meinem DIRE (von „desempregado“ auf „empregado“) hab ich schon ;-)))))

Mit nur wenigen Kunstgriffen wurden die zuerst unüberwindbar scheinenden Hürden Dank Einsatz und Flexibilität von allen schlussendlich doch plangemäß gemeistert.

Danke an alle Beteiligten, allen voran an meinen Projektpartner, der das hier zwar nicht versteht, aber trotzdem gewürdigt gehört – hat sich voll ins Zeug gehauen und ich bin richtig stolz auf ihn. Muito Obrigado, Sr. Inglês!

Genauere Informationen zum Projekt gibt’s hier auf der H3 Homepage

Montag, 8. Februar 2010

Unser Lieblingsamt




(Abschluss von „Termos de responsabilidade“ bzw. “Keine Multa!?” von September bzw. Oktober 2009)

Magdalena kriegt natürlich auch eine Aufenthaltserlaubnis – und um den Schluss vorweg zu nehmen: WIR HABEN SIE!
als Beweis hier der Stempel:


Und, statt der geforderten (Schikanen-) Strafe von 43.000,- Meticais plus Gebühren haben wir sie jetzt (bis auf die abgenützten Nerven, zig Wege und sonstiger Aufwendungen) quasi geschenkt bekommen. Bearbeitungsgebühr: 940,- Meticais.
Böse Gesichtsausdrücke gratis – oder wir sind schon paranoid...


Protokoll einer Odyssee oder Beispiel für systematische Korruption:

Unsere erste Woche in Pemba (Mitte Juli 2009):
Information der Einwanderungsbehörde Migração zum Ablauf für Nena:
DIRE des Vaters schnell abwickeln (kostet extra) und gleich anschließend damit die TdR beantragen („das kann nämlich nur der Vater“) womit dann Nenas DIRE p.M. ausgestellt werden kann. Sonst nix.

DIRE Vater (schnell) fertig:
„Wie, der Vater arbeitet (noch) nicht (offiziell)?“
Dann brauchen wir das DIRE der Mutter, um die TdR auszufüllen.

DIRE Mutter fertig:
„Wie, das Visum der Tochter wurde nicht laufend verlängert?
=> 1.000,- Meticais Strafe für jeden Tag ohne gültigen Status = 43.000,- Meticais!“

Schriftlicher Einspruch und minutiöse Darlegung der Geschehnisse

Neue Info aus den hinteren Reihen des Amtes: Die TdR hätten ohne Probleme in unserer ersten Woche mit unseren Reisepässen ausgefüllt werden können! (mein Puls auf 180)

Es gibt so was wie ein stilles Schuldeingeständnis des Amtes (!!) und das bischöfliche Wappen bezeugt, dass wir die Wahrheit (und nichts als die Wahrheit) darlegten.

Nachdem wir schon so viel Zeit gebraucht hatten (es war mittlerweile Oktober und Magdalena noch immer „illegal“ im Land), investierten wir noch einmal in die teurere und schnellere Variante, um das leidige Thema hinter uns zu bringen.

Einreichung aller Unterlagen (Passfotos, Formulare, Arbeitsbestätigungen, Briefe des Arbeitgebers, Kopien der Pässe, etc...), zurücklehnen und bis zur schriftlich festgelegten Fertigstellungsfrist warten.

- Erster Abholungsversuch zu Fristende:
„Bitte doch in einer Woche noch einmal kommen, derzeit sind so viele Anliegen zu bearbeiten und der zuständige Beamte war auf Dienstreise...“

- Zweiter Abholungsversuche, eine Woche nach Fristende:
„Es tut leid, aber es gibt so viel Arbeit – bitte nächsten Freitag wieder kommen“

- Beim Dritten Abholversuch nächsten Freitag war Feiertag und geschlossen – wissen die Neuen hier leider nicht, aber die Beamten sollten’s schon wissen...

- Vierter Abholversuch, Montag nach dem nächsten Freitag:
„Tut leid, da hat der Kollege wohl nicht mitgedacht – nein die Dokumente sind noch nicht fertig – bitte....“
- ABER wir haben das jetzt schon dreimal gehört – gibt’s ein Problem mit den Unterlagen, fehlt ev. was oder war etwas falsch ausgefüllt?
„Nein, nein – einfach in einer Woche noch einmal kommen – der Kollege, der das macht, hat derzeit so viel Arbeit...“

- Fünfter Abholversuch, nicht mehr bei den Beamten am Schalter, sondern bei deren ersten Vorgesetzten, Sr. Julio: Er wird sich der Sache annehmen, ich soll Ende der Woche bei ihm anrufen, damit ich den Weg nicht umsonst mache (sic!).
„Vielmals Entschuldigung!“

- Sechster Abholversuch, Sr Julio hebt nicht ab. Ich fahre trotzdem hin.
Tut leid, Sr. Julio ist bis nächste Woche auf Dienstreise (kein Handyempfang?)

- Siebter Abholversuch: Sr. Julio kommt morgen zurück.

- Achter Abholversuch:
Barbara (zur Abwechslung) besucht Sr. Julio
„Bom Dia! Was kann ich für sie tun?“

Ach ja, Magdalena, ... er muss leider mit bedauernder Miene mitteilen, dass, zwar offensichtlich aber unverständlicher Weise, bei der vielen Arbeit, der Akt verlegt wurde und nicht mehr auffindbar ist.

Wir müssen die Unterlagen noch einmal beibringen – dann wird das Ganze prior behandelt werden - bestimmt.

Wir glauben ’s nicht, geh ’n noch einmal in die nächste Instanz, die kann jedoch auch nicht anders als das Gesagte zu bestätigen.

Leider ist jedoch schon kurz vor Weihnachten und der Bischof (und damit indirekt die von ihm abhängige Arbeitsbestätigung) bei seinem Chef in Maputo – erst wieder nach Neujahr für uns erreichbar.

Wir hoffen das macht nichts?

„Kein Problem – einfach zu Jahresanfang einreichen“

Keine zusätzliche Multa?

„Keine Multa!“


Zusammensuchen und Einreichen der Unterlagen (nach vorheriger Kopie von Allem).


- Zehnter Abholversuch, nach dem Ende der neuen Frist:
Bitte in vier Tagen noch einmal vorbeikommen (die Intervalle werden schon kürzer!) – das Dokument wurde schon gesichtet, ist aber noch nicht fertig.

- Elfter Abholversuch:
Ja, schon fast fertig, es fehlt nur noch die Unterschrift des Chefs.
Bitte am Donnerstag ab 14h wiederkommen (richtig verwegen, mit Zeitansage!)

- Zwölfter...
W I R H A B E N S I E !
Nur ein halbes Jahr nach unserer Ankunft, nach nur zweimal drauflegen für schnelle Bearbeitung wo ’s zum Schluss nur doppelt so langsam als einmal gaanz langsam (und gaanz billig) gedauert hat, nur einer einzigen (existenziell anmutenden) Strafandrohung mit süffisant zufriedenem Gesichtsaudruck (Beamte bekommen hier Provision bei Strafen!) und zerknirschter Rücknahme dergleichen, ist Magdalena nun ebenfalls legal in Mosambik.



Wir wissen jetzt, wo die Redewendung „ein gutes Dutzend“ herkommt.

Früher waren aller guten Dinge drei ;-)